Sieben Wochen Nordsee

Herzlich willkommen auf unserer Webseite!

 

Auf dieser Seite wollen wir euch an unserem Projekt, in sieben Wochen die Nordsee zu umsegeln, teilhaben lassen. So alles gut gehen möge, werdet ihr hier ab Törnstart (12.August) in unserem Online-Logbuch alle 2-3 Tage aktuelle Reise-Updates finden, mit hoffentlich vielen schönen Fotos und Videos.

 

Wir wünschen euch viel Spaß beim Mitlesen und Begleiten unseres Segeltörns!


FOUR AWAY - LOGBUCH
Ein kurzer Film über unseren Törn PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 06. Dezember 2011 um 14:39 Uhr
Wichtig: Schaltet auf Vollbild und unbedingt den Ton anmachen ;)
 
Wir sind zurück.... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sebastian   
Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 12:27 Uhr

Also wie vermutlich inzwischen alle mitbekommen haben sind wir wieder heil nach Österreich zurückgekehrt - Und die Rückkehr war leider relativ stressig, das gewöhnliche Leben mit Studium und Arbeit hat uns alle sehr schnell eingeholt!

Daher war bisher leider auch keine Zeit einen ausführlichen Abschlussbericht zu erstellen. Am 3. Dezember werden wir für die Weihnachtsfeier des Vereins der "Segelfreunde Sonnsail" (sonnsail.at) eine kleine Dokumentation erstellen mit Videos, Fotos und nautischen Spezialitäten der besegelten Gegenden. Bis spätestens dann sollten wir also alle Fotos und Videos durchgesehen haben, dann gibts auch hier noch einmal ein Update mit Videos und Fotos, gerade gegen Ende unserer Reise, auch bedingt durch den fehlenden Internetzugang in den Niederlanden, fehlen doch noch einige schöne Eindrücke.

Zusammenfassend können wir nur sagen: Die Reise war unglaublich, wir haben unwahrscheinlich viel Segelerfahrung mitnehmen können und unvergessliche Eindrücke gewonnen. Was allerdings immer noch Probleme bereitet: Wir haben uns über 1,5 Jahre auf die Reise vorbereitet und gewartet bis es endlich los geht. Nun ist das Projekt abgeschlossen und das ist irgendwie sehr irreal. Dieses "große Ding", das uns lange immer im Hinterkopf herumgegeistert ist, ist plötzlich vorbei - und nochdazu unbeschadet, sowohl körperlich als auch bootstechnisch. Es hätte länger dauern können :-)

Aber wir sind sicher, dass sich in den nächsten Jahren wieder Möglichkeiten für schöne Segeltörns ergeben werden, wenn auch nicht unbedingt wieder 7 wöchige, dafür aber mit anderen Herausforderungen wie einer mehrtägigen FB4-Langfahrt (zb Portugal-Azoren oder ähnlich). Dafür heißt es jetzt aber erst mal wieder: sparen :)

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Yachtcharter Ulrich Mittler! Sollten wir wieder in die Nordsee fahren, wissen wir wo wir wieder chartern werden!



 
Endlich wieder schönes Segeln - und wieder ein kurzer Sturm.. PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sebastian   
Mittwoch, den 21. September 2011 um 18:46 Uhr
Gestern konnten wir endlich wieder richtig segeln, sogar mit Sonnenschein. Der Wind war genau richtig, nur hin und wieder flaute er etwas zu viel ab. Bei teilweise sternenklarer Nacht sind wir dann in Hartlepool eingelaufen. Hartlepool hat eine Marina für 600 Boote, hier kann man einige Highlights begutachten!

Leider kam dann heute wieder eine heftige Front durch. So haben wir den Tag wieder im Hafen bzw in der Stadt verbracht und abgewartet. Zum Glück ist die Front, die den Hafen hier ordentlich durchgerüttelt hat, recht schnell durchgezogen und inzwischen haben wir sogar wieder blauen Himmel. Wir werden jetzt noch einmal den Wetterbericht checken, dann einkaufen und Abendessen gehen und dann eventuell um ca. Mitternacht ablegen. Ziel wäre dann ein 160 Meilen Schlag bis Lowestoft. Dann wären wir Freitag Früh dort und könnten dann entweder gleich direkt nach London weiter oder sonst Samstag Vormittag Richtung London ablegen.

In der Hoffnung, dass uns das Wetter für die letzte Woche unseres Törns noch gut mitspielt, schöne Grüße an alle Mitleser dieses Blogs!
 
Flaute Sturm Flaute Wellen Flaute Sturm.... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sebastian   
Montag, den 19. September 2011 um 23:42 Uhr

Leider gelingt es mir nur mehr selten mein relativ kaputtes Handy in Gang zu bringen, daher habe ich derzeit nur begrenzten Internetzugang.

Heute liegen wir über Nacht in Eyemouth. Ein nettes kleines Dorf! Hier kommt endlich wieder etwas Farbe in das Stadtbild. Der Norden war, auch wetterbedingt, doch teilweise etwas trist. Vor allem da es die Schotten auf den Inseln irgendwie nicht verstehen ihre Häuser und Dörfer ansatzweise fröhlich zu gestalten. Dort oben ist einfach alles grau und sonst gibt es, natürlich abgesehen von grandioser Landschaft, nicht viel.

Daher sind wir wirklich froh, dass es endlich wieder etwas vorwärts geht. Im Norden mussten wir doch mehr Zeit als gewollt liegen lassen und im Hafen liegen. Zuletzt auch in Peterhead. Eine Sturmfront mussten wir im Hafen abwettern. Nach dem Sturm herrschte wieder Flaute, allerdings haben sich die Wellen durch den auflandigen Wind auf 4-5 Meter aufgebaut. Untertags ist das kein Problem. Da wir aber eine Nachtfahrt vor uns gehabt hätten haben wir die Abfahrt auf die Früh verschoben. Auch deshalb, weil leider unser Autopilot den Geist aufgegeben hat. Er lässt sich nicht mehr auskoppeln und wir mussten ihn ausbauen. 

Das heißt wir müssen derzeit alles per Hand steuern, was bei diesen hohen kurzen Wellen sehr anstrengend ist. So kommen wir weiterhin langsamer als gewollt voran. Unser Ziel ist allerdings weiterhin dass wir es nach London schaffen. Am liebsten wären wir schon am Freitag in London. Realistischer ist aber wohl eher Samstag oder Sonntag - immer auch unter der Bedingung, dass uns das Wetter endlich wieder einmal gnädig ist.

Es ist wirklich nervig manchmal: Einen gemütlichen Wind mit 3-5 Windstärken gibt es hier scheinbar nicht. Entweder es ist Sturm oder Flaute. Und bei Flaute kommen dann unglaubliche Wellen hinzu die sich hier durch den Sturm aufbauen. Das positive ist, dass die Wellen hier an der Küste nicht weiter schlimm zum segeln sind, unter Motor rollt das Boot zwar extrem und wir fühlen uns wie in einer Waschmaschine, aber es ist endlich nicht mehr so gefährlich wie auf den Orkney Inseln. Nur wenn man zu nahe an der Küste ist wirbeln die Wellen, bedingt durch die welchselnden Gezeitenströme und Windrichtungen, kreuz und quer herum.

Etwas tricky sind hier die Hafeneinfahrten. Hier können viele Häfen bei Wellengang nicht gefahrenlos angesteuert werden, bzw werden überhaupt geschlossen, da die Wellen direkt in die Einfahrt brechen.

Was sonst noch positiv ist: Bisher mussten wir auf die Frage, wie denn das Wetter so in Österreich sei, immer antworten: Dort ist es heiß, derzeit meistens über 30 Grad. Heute konnten wir antworten: Zuhause ist es eiskalt, auf den Gipfeln liegt sogar schon Schnee!! Inzwischen hat sich wohl das Blatt gewendet, bei uns war es in den letzten Tagen wärmer, also fast 15 Grad :-)

Morgen gehts früh los. Am liebsten würden wir weiter bis Hartlepool. Das Problem ist: Wir kommen dort erst tief in der Nacht an und um in den Hafen zu gelangen muss man durch eine Schleuse. Wir hoffen, dass diese auch in der Nacht geöffnet ist, sonst müssen wir uns etwas anderes überlegen. Leider stehen in keinem unserer unzähligen Revier- und Hafenführer Öffnungszeiten..

Nun ab ins Bett!
LG von Bord nach Hause! 

 
Viele neue Fotos: Scrabster, Orkney Islands, Lerwick PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sebastian   
Samstag, den 17. September 2011 um 19:41 Uhr

Einige neue Fotos sind online! Leider hatte ich in letzter Zeit wenig Möglichkeiten ins Internet zu gelangen. Ein ausführlicheres Update gibt es etwas später! Derzeit haben wir leider ein Problem: Der Autopilot hat seinen Geist aufgegeben, er scheint nicht mehr auszukoppeln wenn man ihn auf "standby" schaltet" und wir mussten ihn ausbauen um überhaupt steuern zu können... Von jetzt an heißt es erstmal alles per Hand steuern..

Hier gehts zu den Fotoalben:
Viel Spass beim Anschauen der Fotos!

=> Scrabster (Die letzte Station auf dem schottischen Festland bevor es zu den Orkney Inseln ging)
=> Stromness (Von hier aus sind wir mit dem Auto die ganze Insel abgefahren, die Fotos sind von der kompletten Insel und u.a. auch aus Kirkwall)
=> Westray (Ein recht tristes Dorf mit nur einer grauen Häuserzeile, bestehen aus einem kleinen Hotel, 2 Krämerläden und einer Mini Bank. Westray war unser nördlichster Punkt der Reise den wir selbst mit dem Segelboot erreicht haben.)
=> Lerwick (Aufgrund von Sturm und sogar Hurrican Warnungen entschieden wir uns zu der Hauptstadt der Shetland Inseln mit der sturmtauglichen Fähre zu fahren.)
=> Kirkwall

 
Katia kommt vorbei PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lukas und Sebastian   
Sonntag, den 11. September 2011 um 19:38 Uhr
Es gibt leider ein paar schlechte Nachrichten: Wir werden es nicht zu den Shetland Inseln und auch nicht nach Norwegen schaffen. Der Grund dafür sind heftige Wettervorhersagen: Hurrican Katia kommt uns besuchen. 



Ein kurzer Artikel über dieses seltene Wetterphänomen ist auch auf orf.at zu finden. *Link*

Alle paar Jahre verirrt sich ein Hurricane über den Atlantik ohne sich auf diesem Weg aufzulösen. Anfangs haben wir noch überlegt, im Schatten dieses Tiefs südlicher als geplant die Nordsee zu queren. Dass wir gut daran getan haben, diese Überfahrt nicht umzusetzen, haben uns dann die Wettervorhersagekarten der letzen Tage gezeigt. Das Sturmtief zieht laut aktuellen Prognosen genau über die Orkney Islands und nicht wie noch vor einigen Tagen angenommen nördlich über Island. Für Teile der Nordsee werden Orkanböen (12 Beaufort) vorhergesagt und Seegang bis zu 10m.

Wir liegen im Moment in Kirkwall und so wie es aussieht, müssen wir hier auch noch ein paar Tage bleiben. Sowohl eine Fahrt zu den Shetlands als auch die Überfahrt nach Norwegen wären lebensgefährlich. Nach Süden konnten wir auch nicht weitersegeln. Wick, der einzige Hafen NE-Schottlands, der tief genug für unsere Yacht wäre, ist aufgrund der starken SE-Winde im Vorfeld des Hurricanes gesperrt. Darüber hinaus hätten wir auch den Pentland Firth sehr großräumig umfahren müssen. Diese Durchfahrt zwischen den Orkney und dem Festland ist aufgrund der Gezeitenströmung von bis zu 12kn bei den aktuellen Wetterbedingungen ebenfalls vollkommen unpassierbar für unsere Yacht.

Aber immerhin sitzen wir in Kirkwall fest. Ein größerer Ort mit einer schönen Altstadt, guten Pubs und Cafés und einer riesigen Dorfdisco. Wenn wir schon Pause machen müssen dann wollten wir wenigstens an einem Platz sein der ein bisschen was zu bieten hat. Der äußerst freundliche Hafenmeister hat uns den besten Liegeplatz des Hafens zugeteilt und erst als wir die siebte (und letzte an Bord befindliche) Festmacherleine verlegt hatten, war er zufrieden. Der Respekt vor dem großen Sturm ist hier überall zu spüren. Am Abend haben wir den Hafenmeister dann wieder im Orkney Sailing Club getroffen. Wir sind leider ein paar Stunden zu spät in Kirkwall eingelaufen, um an der Regatta des Sailing Clubs zu Ehren des zurücktretenden Commodore teilzunehmen. 

Trotzdem waren wir natürlich bei der Preisverleihung und der großen Abschiedsfeier. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich ein paar Termine ausgemacht. In 10 Jahren kommen wir 4 mit unseren eigenen Yachten wieder vorbei und segeln bei der großen Kirkwall Regatta mit. Weiters haben wir eine Betriebsbesichtigung bei der örtlichen Bäckerei fixiert. Und wir bekommen Besuch von einem Journalisten des "Orcadian", der regionalen Zeitung der Inselgruppe. Ob sich heute noch jeder an die Verabredungen im abendlichen Whiskey-Dunst erinnern kann, darf bezweifelt werden.

Wir werden nun noch versuchen, ob die große Fähre, die hier alle paar Tage Richtung Shetland Inseln ablegt trotz der Wettervorhersage planmäßig fährt. Sie würde heute Nacht um 23:30 ablegen und um ca. 7 Uhr in der Früh ankommen. Das wäre eine schöne und sicherere Möglichkeit die Shetland Inseln doch noch zu erreichen.

Sollten wir fahren könnt ihr unsere Fahrt natürlich auch wieder über den Tracker auf der Webseite verfolgen.


 
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